
Zur aktuellen SPD-Idee, eine gemeinsame GmbH für die Schulverpflegung in der Region Hannover zu gründen, erklärt Ulrich Wolf, schulpolitischer Sprecher der BSW-Regionsfraktion:
„Grundsätzlich begrüßen wir jede Initiative, die zu besserem und bezahlbarem Schulessen führt. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 macht eine verlässliche, qualitativ hochwertige und regionale Mittagsversorgung zwingend notwendig. Inhaltlich ist der Vorschlag richtig – aber er kommt reichlich spät.“
Wolf erinnert daran, dass SPD und Grüne seit Jahren die Mehrheit in der Region Hannover stellen und bereits jetzt Verantwortung tragen:
„Wenn man wirklich etwas verbessern wollte, hätte man das längst anstoßen können. Die Probleme sind seit Jahren bekannt: Qualitätsunterschiede, überforderte Caterer, lange Lieferketten, fehlende regionale Wertschöpfung. Warum kommt der Vorstoß also erst, wenn der Wahlkampf beginnt?“
Gerade angesichts der bestehenden Vergaberegeln wäre es laut Wolf sinnvoll gewesen, frühzeitig nach Modellen zu suchen, um regionale Erzeuger stärker zu beteiligen. „Die SPD hätte genug Zeit und parlamentarische Mehrheiten gehabt, um das jetzt propagierte Modell vorzubereiten. Dass man diese Chance ungenutzt ließ und nun mit einem ‚neuen‘ Vorschlag in die Öffentlichkeit geht, wirkt eher nach Wahlkampf als nach vorausschauender Schulpolitik.“
Zugleich betont Wolf: „Wenn die SPD jetzt endlich Bewegung in das Thema bringt, machen wir konstruktiv mit – aber ohne Blankoscheck. Für uns ist entscheidend, dass Qualität, Wirtschaftlichkeit und echte regionale Wertschöpfung im Mittelpunkt stehen und keine parteipolitischen Prestigeprojekte.“
Die BSW-Regionsfraktion fordert daher eine transparente, faktenbasierte Prüfung des Modells sowie eine breite Einbindung der Kommunen und Schulen. „Die Idee hat Potenzial“, so Wolf, „aber sie braucht seriöse Planung statt Wahlkampfrhetorik.“
