Schweige nicht, wenn Unrecht geschieht“ – Erinnern heißt Verantwortung übernehme

Zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar gedenken die Regionsabgeordneten Jessica Kaußen und Ulrich Wolf aller Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Das Datum markiert die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee im Jahr 1945. Auschwitz steht bis heute als Symbol für den industriell organisierten Massenmord, für Antisemitismus, Rassenwahn und die völlige Entwertung menschlichen Lebens.

81 Jahre später ist die Erinnerung keine bloße historische Pflichtübung. Sie ist ein politischer und gesellschaftlicher Auftrag. „Schweige nicht, wenn Unrecht geschieht“ – dieses Motto der diesjährigen Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Ahlem trifft den Kern dessen, worum es heute geht: Haltung zeigen, widersprechen, eingreifen, wenn Menschen ausgegrenzt, bedroht oder entwürdigt werden.

Wir gedenken der Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden, der verfolgten Sinti und Roma, der Menschen mit Behinderungen, der politischen Gegnerinnen und Gegner des Regimes, der Homosexuellen, der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, der Kriegsgefangenen und aller anderen Opfergruppen. Ihr Leid mahnt uns, die Würde jedes einzelnen Menschen kompromisslos zu verteidigen.

Die BSW-Regionsfraktion sieht es als gemeinsame Verantwortung von Politik und Zivilgesellschaft, Erinnerung lebendig zu halten. Gerade in Zeiten, in denen antisemitische, rassistische und demokratiefeindliche Tendenzen wieder lauter werden, darf das „Nie wieder“ nicht zur Floskel verkommen. Soziale Unsicherheit, Ausgrenzung und das Gefühl, nicht gehört zu werden, dürfen nicht den Nährboden für Hass und autoritäres Denken bilden. Eine gerechte, solidarische Gesellschaft ist der beste Schutz gegen das Wiedererstarken faschistischer Ideologien.

Dass Schülerinnen und Schüler der Sophienschule Hannover die Gedenkveranstaltung in Ahlem mitgestalten, ist ein starkes Zeichen. Erinnerungskultur lebt davon, dass junge Menschen Fragen stellen, Biografien erforschen und Bezüge zur Gegenwart herstellen. Gedenken ist kein Blick zurück in eine abgeschlossene Vergangenheit – es ist ein Auftrag für unser Handeln heute.

Die BSW-Regionsfraktion ruft dazu auf, an der öffentlichen Gedenkveranstaltung am Dienstag, 27. Januar 2026, um 12 Uhr im Gersonsaal der Gedenkstätte Ahlem teilzunehmen und gemeinsam der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu gedenken. Erinnerung braucht Öffentlichkeit, und Demokratie braucht Menschen, die nicht schweigen, wenn Unrecht geschieht.

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