
Kurze Wege für Schwangere sind unverzichtbar – Gesundheitsversorgung darf keine Zahlenspielerei sein
Zur aktuellen Diskussion über mögliche Schließungen kleiner Geburtskliniken in der Region Hannover erklärt die Regionsabgeordnete Jessica Kaußen:
„Kurze Anfahrtswege sind für Schwangere kein Luxus, sondern ein notwendiger Bestandteil einer sicheren und menschlichen Geburtshilfe. Wer jetzt behauptet, längere Wege wären sogar ein Vorteil, blendet die Realität vieler werdender Mütter aus – gerade im ländlicheren Umland.“
Hintergrund sind Berichte des Science Media Center, das die Schließung der Geburtsabteilungen in Großburgwedel und Gehrden als unproblematisch oder sogar vorteilhaft darstellt, weil größere Kliniken mehr Routine hätten. Für Kaußen greift diese Sichtweise jedoch zu kurz:
„Gesundheit darf keine Ware sein, die man sich mit rechnerischen Durchschnittswerten und Modellannahmen schönrechnet. Es geht um echte Menschen – um Frauen in den Wehen, um Familien in Ausnahmesituationen, um medizinisches Personal vor Ort. Sicherheit entsteht durch Nähe, Erreichbarkeit und verlässliche Versorgung – nicht durch das Zusammenstreichen von Strukturen.“
Die angegebenen verlängerten Fahrtzeiten von 14 bis 17 Minuten klingen auf dem Papier gering. Kaußen betont jedoch:
„Eine Geburt lässt sich nicht in statistische Zeitfenster pressen. Jede zusätzliche Minute kann in kritischen Situationen entscheidend sein. Die Region darf sich nicht von externen Expertisen treiben lassen, die lokale Gegebenheiten ignorieren.“
Zudem verweist sie darauf, dass selbst das Klinikum Region Hannover die vom SMC verwendeten Zahlen zu Geburten in Gehrden deutlich korrigiert hat:
„Wenn bereits die Datengrundlage fragwürdig ist, kann daraus keine seriöse Empfehlung für Klinikschließungen folgen.“
Kaußen fordert deshalb:
„Statt immer neue Schließungsdebatten zu führen, brauchen wir eine Aufwertung der wohnortnahen Geburtshilfe – mit guten Arbeitsbedingungen, ausreichend Personal und verlässlicher Finanzierung. Jede Geburtsklinik, die wir heute erhalten, ist ein Stück Versorgungssicherheit für morgen.“
