Antrag zum Haushalt der Region: Organisationsentwicklung, IT und Digitalisierung

Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzeptpapier für ein regionsweites Partizipationsprojekt „Digitale Region von Unten“ zu entwickeln. Kernziele sind:

Ausbau nutzerfreundlicher E-Government-Strukturen, die insbesondere Einwohnerinnen und Einwohner mit geringen digitalen Kompetenzen zugänglich sind.

Einrichtung eines Mikroprojekte-Fonds, aus dem lokale Vereine, Initiativen und Quartiersgruppen niedrigschwellige digitale Beteiligungsprojekte (z. B. digitale Stadtteilforen, Transparenz-Dashboards, Nachbarschafts-E-Services) mit Förderbeträgen von bis zu 5.000 € beantragen können.

Stärkung direkter und digital unterstützter Demokratieformate, u. a. durch Online-Beteiligungswerkzeuge, regionale Bürgerideenplattformen und hybride Beteiligungswerkstätten.

Vernetzung von Verwaltung, Zivilgesellschaft, Schulen, Kultur- und Jugendzentren, um breite gesellschaftliche Gruppen in digitale Beteiligungsprozesse einzubeziehen.

Besonderer Fokus auf digitale Barrierefreiheit, Mehrsprachigkeit und leichte Sprache.

Das Konzeptpapier hat außerdem aufzuzeigen, wie bestehende Strukturen – u. a. Volkshochschulen, Bürgerämter, kommunale IT-Einrichtungen, Jugendzentren und Migrantenselbstorganisationen – integriert werden können.

Für die Ausarbeitung des Konzeptpapiers werden 100.000 € eingeplant.


Begründung:

Die Region Hannover steht vor der Herausforderung, demokratische Teilhabe zu stärken und gleichzeitig digitale Verwaltungsangebote bürgerfreundlich weiterzuentwickeln. Viele öffentliche E-Government-Services werden bisher nur eingeschränkt genutzt, da insbesondere Menschen mit geringem Einkommen, niedrigem Bildungsgrad oder unsicherem Aufenthaltsstatus zu selten erreicht werden.

Gleichzeitig besteht ein wachsendes Interesse an niedrigschwelliger lokaler Mitgestaltung. Zahlreiche Vereine, Nachbarschaftsinitiativen und Jugendgruppen verfügen über Ideen, wie digitale Werkzeuge Transparenz und Beteiligung verbessern könnten, scheitern jedoch häufig an fehlenden Ressourcen und Strukturen.

Ein Partizipationsprojekt „Digitale Region von Unten“ kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Durch den Mikroprojekte-Fonds sollen kreative, gemeinwohlorientierte und lokal verankerte digitale Beteiligungsformate ermöglicht werden. Parallel kann die Region durch einfach nutzbare E-Government-Werkzeuge, etwa digitale Anliegenmeldungen, Beteiligungsplattformen oder benutzerfreundliche Verwaltungsverfahren, die demokratische Praxis stärken.

Bereits bestehende Strukturen – wie die Beteiligungsplattformen einzelner Städte, Initiativen der Volkshochschulen, digitale Lernlabore sowie Erfahrungen aus Jugend- und Sozialprojekten – sollen im Konzeptpapier systematisch eingebunden werden. Auch Kooperationen mit Hochschulen, Civic-Tech-Projekten und lokalen IT-Unternehmen können einen wesentlichen Mehrwert bieten.

Ziel ist es, einen praxisorientierten, niedrigschwelligen und sozial gerechten Ansatz zu entwickeln, der digitale Verwaltung und demokratische Teilhabe miteinander verbindet und der Region Hannover ein modernes, inklusives Zukunftsprofil gibt.

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