
So kann ein Konzern nicht mit der Kommunalpolitik umgehen. Wie die örtliche Presselandschaft berichtet, plant Enercity die Entflechtung mit der Thüga Unternehmensgruppe.
Die notwendigen rechtlichen Schritte müssen dabei auch mit der Kommunalpolitik abgestimmt werden. Da die Region an der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover mbH (VVG) beteiligt ist, bedarf es dabei auch eines Beschlusses der Regionsversammlung. Der soll nun ohne Debatte oder ordentliche Benachrichtigung der Regionsabgeordneten auf der Regionsversammlung am 19.5.2026 erfolgen.
Da die Beschlussdrucksache nichtöffentlich ist, wird die für die Einwohner der Region möglicherweise folgenschwere Entscheidung in Abwesenheit der Bevölkerung hinter verschlossenen Türen getroffen.
Regionsabgeordneter Ulrich Wolf bezeichnet die Art und Weise, wie der Konzern und die Regionsverwaltung mit den Abgeordneten umspringt skandalös. Die Beschlussdrucksache für den Konzernumbau ist am Montag in der Geschäftsstelle eingegangen, ein Tag später werden im nichtöffentlich tagenden Regionsausschuss bereits Nägel mit Köpfen gemacht. Ulrich Wolf bezweifelt darüber hinaus, dass den Abgeordneten die weitreichenden Folgen der Beschlüsse bekannt sind. Es ist nicht klar, ob die Region dauerhaft auf Einnahmen aus der Enercity-Beteiligung verzichtet.
Für Ulrich Wolf ist das Projekt Prometheus völlig unausgegoren. Bis heute ist nicht bekannt, an wen die Anteile der Thüga AG verkauft werden sollen. Die rechtliche Lage ist kompliziert, die Beschlussdrucksache klärt über die weitreichenden Folgen des Projekt Prometheus nicht auf. Die Entscheidungen sind milliardenschwer, denn es handelt sich um Unternehmen mit Bilanzsummen von über 7 Milliarden Euro (Enercity AG) und über 5 Milliarden Euro (Thüga AG) und die Regionspolitik soll dies auf Zuruf von Konzernführung und Regionsverwaltung entscheiden, kritisiert Ulrich Wolf und ergänzt: Der Anspruch von Enercity, die so genannten Energiewende mitzugestalten, kann dazu führen, dass einkommensschwache Haushalte den Preis für den Ehrgeiz des Unternehmens zahlen.
Wer die Praxis der Enercity AG bei den Stromsperren für Nichtzahler kennt, dem kann hier nur angst und bange werden. Grund genug für das BSW am 19.5.2026 gegen die Beschlussdrucksache von Konzern und Verwaltung zu stimmen.
