KiTa-Förderung wird praxisnäher – Förderdschungel bleibt bestehen

Zur Neufassung der Richtlinien über die Förderung von Kindertagesstätten (Beschlussdrucksache 4879 (V)) erklärt die Regionsabgeordnete Jessica Kaußen:

„Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass die Region Hannover künftig auch Ausgaben ohne klassische Baumaßnahmen fördert. Die Realität vieler Träger hat sich längst verändert: Neue KiTa-Plätze entstehen häufig in bereits bestehenden Gebäuden, etwa durch Anmietung. Dass nun Kosten für Ausstattung und Außengelände endlich berücksichtigt werden, ist ein überfälliger und richtiger Schritt.“

Kaußen ergänzt:

„Gerade kleinere Träger und Initiativen werden dadurch spürbar entlastet. Die bisherige Förderpraxis war hier schlicht nicht mehr zeitgemäß und hat sinnvolle Projekte unnötig erschwert oder sogar verhindert.“

Zugleich übt die parteilose Politikerin deutliche Kritik an der Ausgestaltung der neuen Richtlinie:

„So sinnvoll die Öffnung ist – das Grundproblem bleibt bestehen: Wir haben es weiterhin mit einem unübersichtlichen Förderdschungel zu tun. Unterschiedliche Förderteile, komplizierte Abgrenzungsregeln und zahlreiche Voraussetzungen machen die Antragstellung nach wie vor bürokratisch und schwer zugänglich.“

Besonders kritisch sei die neu eingeführte Trennung zwischen Baukostenanteilen und reinen Ausstattungsmaßnahmen:

„Dass künftig genau geprüft wird, ob ein Drittel der Kosten auf Bau entfällt oder nicht, schafft neue Abgrenzungsprobleme statt Klarheit. Träger brauchen einfache, verlässliche und unbürokratische Förderstrukturen – keine zusätzlichen Hürden.“

Abschließend fordert Kaußen:

„Wenn wir den Ausbau von KiTa-Plätzen wirklich beschleunigen wollen, müssen Förderverfahren radikal vereinfacht werden. Die jetzige Reform ist ein Schritt in die richtige Richtung – aber sie bleibt auf halbem Weg stehen.“

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