
Ulrich Wolf (BSW): Waffenexporte über Wunstorf stoppen – falsches Signal zur falschen Zeit
Angesichts des aktuellen Berichtes unter dem Titel „Panzertransport von Wunstorf in die Golfregion“ in der Hannoverschen Zeitung vom 30.3.2026 über regelmäßige Militärtransporte vom Fliegerhorst Wunstorf nach Katar übt Ulrich Wolf Kritik an den Abläufen und fordert umgehend politische Aufklärung.
„Während die Welt auf eine weitere Eskalation im Nahen Osten blickt, werden ausgerechnet über unsere Region offenbar täglich schwere Waffen in genau diese Krisenregion geliefert. Das ist politisch verantwortungslos und das völlig falsche Signal zur falschen Zeit“, erklärt Wolf.
Nach Medienrecherchen der HAZ landen seit dem 21. März nahezu täglich Militärmaschinen aus Katar in Wunstorf, um dort unter anderem Radschützenpanzer und Haubitzen aufzunehmen. Die kurzen Aufenthalte der Flugzeuge deuten klar auf gezielte Verladevorgänge hin. Hintergrund der Lufttransporte soll die derzeit blockierte Seeroute durch die Straße von Hormus sein.
„Wenn zivile Transportwege aufgrund eines militärischen Konflikts nicht mehr zur Verfügung stehen und stattdessen auf militärische Infrastruktur in Deutschland zurückgegriffen wird, dann zeigt das, wie eng wirtschaftliche Interessen und geopolitische Spannungen miteinander verflochten sind“, so Wolf weiter.
Besonders kritisch bewertet die Fraktion den Zeitpunkt der Transporte im Kontext der jüngsten militärischen Entwicklungen nach dem amerikanischen Angriff auf den Iran. „In einer Situation, in der jeder Funke eine weitere Eskalation auslösen kann, dürfen wir nicht noch Öl ins Feuer gießen, indem wir Waffenlieferungen beschleunigen“, warnt Wolf.
„Die Region Hannover darf nicht stillschweigend zur Drehscheibe internationaler Rüstungsexporte werden. Die Menschen hier haben ein Recht darauf zu wissen, was vor ihrer Haustür geschieht – und welche Konsequenzen das global haben kann“, betont Wolf abschließend.
